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Podiumsdiskussion

Sparkassentag 2014: Die Videos der Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion am Sparkassentag 2014, Wiener Hofburg, Großer Redoutensaal, 26.Mai 2014.

Moderation Peter Rabl

“Sparkassen und Österreich”

Es diskutieren Michael Spindelegger (Vizekanzler und Bundesminister für Finanzen), Rudolf Hundstorfer (Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz) und Michael Ikrath (Generalsekretär Österreichischer Sparkassenverband).

“Sparkassen als internationale Idee”

Es diskutieren Jörg Asmussen (Staatssekretär, dt. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ehem. Mitglied EZB Direktorium) und Georg Fahrenschon (Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands).

“Sparkassen und die Bedrohung aus Europa”

Es diskutieren Alfred Gusenbauer (ehemaliger Bundeskanzler) und Alexander van der Bellen (ehem. Bundessprecher, Die Grünen)

Der 15.Weltkongress der Sparkassen 1987 in Wien. Im Bild Bundespräsident Kurt Waldheim bei der Eröffnung.

1924 – 2014: Die Sparkassen auf dem Weg nach Europa

Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung der Sparkassen in Mitteleuropa, obwohl das aufgrund der fehlenden Kontaktmöglichkeiten gar nicht so einfach war.

Trotzdem gab es nicht nur Unterstützungen in den Gründungsphasen, sondern auch in den Bereichen der vergleichenden Sparkassen-Statistik und des Schulsparens. Ein wichtiger Meilenstein für eine internationale Zusammenarbeit erfolgte 1924 mit dem 1. Weltkongress der Sparkassen in Mailand.

Der 1. Weltkongress der Sparkassen 1924 in Mailand

Der 1. Weltkongress der Sparkassen 1924 in Mailand

Dort wurde das Internationale Institut der Sparkassen gegründet und die Durchführung des Weltspartags am letzten Oktobertag jeden Jahres als erste grenzüberschreitende Aktion aller Sparkassen beschlossen. Die österreichischen Sparkassen beteiligten sich auch an allen folgenden Aktivitäten des Weltinstituts, u.a. auch bei der Verbreitung der Sparkassenidee in Entwicklungsländern.

Der 15. Weltkongress der Sparkassen, der 1987 in Wien stattfand, leitete eine neue Periode der internationalen, nun allerdings auf Europa fokussierten Zusammenarbeit ein. Nach der Aufnahme als assoziiertes Mitglied im Jahr 1988 erhielt der österreichische Sparkassensektor im Jahr 1995 gleichzeitig mit dem EU-Beitritt Österreichs die Voll-Mitgliedschaft bei der 1963 gegründeten Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV).

Seit 1992 gibt es ein ständiges Büro des Sparkassenverbandes in Brüssel, das eng mit der ESV kooperiert. 1990 unterschrieben die europäischen Sparkassen eine Charta zur Zusammenarbeit, die sich auf viele Bereiche erstreckt.

Mit dem Bankwesengesetz 1994 wurden erstmals Richtlinien des europäischen Bankenrechts in das österreichische Recht übergeführt, u.a. für das Meldewesen, die Eigenmittelausstattung, die Kreditauszeichnung und den Konsumentenschutz.

Der Euro-Bus (hier in Kufstein um 2000) war ein wichtiger Bestandteil der Euro-Information der Sparkassen.

Der Euro-Bus (hier in Kufstein um 2000) war ein wichtiger Bestandteil der Euro-Information der Sparkassen.

Mit Basel II wurden neue Eigenkapitalrichtlinien eingeführt, die bei der Wirtschaftskrise 2008/09 bereits eine erste Bewährungsprobe hinter sich gebracht haben.

Die wichtigsten Konsequenzen einer Anpassung an das europäische Kreditrecht waren die Abschaffung bzw. das schrittweise Auslaufen der Anonymität bei Spareinlagen, der Haftung der Gemeinden für die Gemeindesparkassen und zuletzt auch eine Modifizierung des Bankgeheimnisses.

Mit diesem Plakat informierten die Sparkassen im Jahr 2000 über die Abschaffung der Anonymität bei Spareinlagen.

Mit diesem Plakat informierten die Sparkassen im Jahr 2000 über die Abschaffung der Anonymität bei Spareinlagen.

Auf der anderen Seite brachte das EU-Recht für die Kunden viele Verbesserungen des Konsumentenschutzes beispielsweise durch eine leichtere Vergleichbarkeit der Konditionen und Erleichterungen im grenzüberschreitenden Bankverkehr. Dafür wurde 2000 SEPA (Single Euro Payment Area) als ein System für einen gemeinsamen europäischen Zahlungsraum gegründet, dessen stufenweise Umsetzung für europaweit gleiche Überweisungen, Kartenzahlungen und Lastschriften seit Kurzem beendet ist.

Die österreichischen Sparkassen haben sich stets das Ziel gesetzt, ihre Kunden über diese Neuerungen und deren Vorteile rechtzeitig zu informieren. So haben sie nicht nur bei den einzelnen Einführungsphasen der SEPA-Instrumente, sondern auch bei der Währungsumstellung auf den Euro in den Jahren vor 2002 umfangreiche Aufklärungskampagnen gestartet. Diese wurden mit Informationsmaterial unterstützt und nahmen der Bevölkerung viel an der damals großen Angst vor der neuen Währung.

Der Vorstand der Erste Bank unter Andreas Treichl im Jahr 1998 mit dem damaligen Marketingchef und Pressesprecher Michael Ikrath (ganz rechts)

1989 – 1997: Neuformierung der Sparkassengruppe

Parallel zur Öffnung der Rechtsform musste eine neue Sektorverfassung geschaffen werden, weil das Nebeneinander der drei großen Wiener Mitgliedsinstitute Girozentrale bzw. GiroCredit, Erste Österreichische Spar-Casse und Zentralsparkasse keine Zukunftsperspektive bot.

Die Zentralsparkasse fusioniert zudem im Jahr 1991 mit der Österreichischen Länderbank und entfernte sich unter dem neuen Namen Bank Austria immer mehr vom Geschäftsmodell einer Sparkasse.

Die Hauptverantwortlichen für die Neustrukturierung des Sparkassensektors im Jahr 1997: Erste-Generaldirektor Konrad Fuchs (links) und sein Nachfolger Andreas Treichl (rechts), in der Mitte Bank Austria-Generaldirektor Gerhard Randa

Die Hauptverantwortlichen für die Neustrukturierung des Sparkassensektors im Jahr 1997: Erste-Generaldirektor Konrad Fuchs (links) und sein Nachfolger Andreas Treichl (rechts), in der Mitte Bank Austria-Generaldirektor Gerhard Randa

Im Oktober 1989 begann im Aufsichtsrat der Girozentrale die Diskussion um ein neues Finanzholding-Modell mit konsistenter Eigentümerstruktur unter Führung der Ersten, die bis März 1994 dauerte. Ziele der Holding sollten die Kapitalaufnahme von außen und die Poolung von Know-how sein.

Dieses Holdingmodell wurde vor allem von der Ersten forciert, die jedoch dabei am Übernahmepreis der Aktien scheiterte, die die Sparkassen an der GiroCredit hielten. Ein überraschendes Übernahmeangebot für diese Aktien durch die Bank Austria führten zu einem 56%-Anteil der Anteilsverwaltung Zentralsparkasse (AVZ) am sektoralen Spitzeninstitut.

Die GiroCredit wurde jedoch nicht fusioniert und blieb als Spitzeninstitut bestehen. Die Bank Austria und die Regionalsparkassen schlossen einen Kooperationsvertrag, der aber in der Folge kaum Auswirkungen auf das Sparkassengeschäft  brachte.

Die Vorstände der GiroCredit und der Ersten im Jahr 1997 kurz vor der Bekanntgabe der Fusion

Die Vorstände der GiroCredit und der Ersten im Jahr 1997 kurz vor der Bekanntgabe der Fusion

Die Regionalsparkassen hatten 1991 eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE Regional) zur Wahrung ihrer Interessen geschlossen, die bis zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit an der GiroCredit hielt.
Der nächste Paukenschlag in der Sparkassengeschichte erfolgte am 12.Jänner 1997. Nach erfolglosen Versuchen eines „Österreich Konsortiums“ unter Führung der Generali und der Ersten, die größte österreichische Bank, die Creditanstalt-Bankverein im Zuge ihrer Privatisierung, zu erwerben, gelang der Bank Austria übe-raschend auch der Kauf dieser Bank um rund 17 Mrd. Schilling (1,25 Mrd. Euro).

Zwei Monate später war sie aber aus kartellrechtlichen Gründen gezwungen, ihre GiroCredit-Aktien zum ursprünglichen Kaufpreis von knapp über 2 Mrd. Schilling (145 Mio Euro) der Ersten zu verkaufen.

Die Erste Österreichische Spar-Casse fusionierte darauf das Spitzeninstitut der Sparkassen noch im Oktober dieses Jahres und übernahm dessen Funktion als Spitzeninstitut unter dem neuen Namen Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen.

Die Bank Austria zog sich in der Folge schrittweise aus dem Sparkassensektor zurück und trat 2004 dem Bankenverband bei. Sie ist aber bis heute Mitglied des Fachverbandes der Sparkassen in der Wirtschaftskammer Österreich und der Sparkassen-Einlagensicherung.

Daher wurde zur Unterscheidung vom Sparkassensektor nach der Definition der Wirtschaftskammer ab diesem Jahr der Name „Sparkassengruppe“ verwendet.

Als erste gemeinsame Absichtserklärung für eine umfassende Kooperation unter-schrieben die Erste Bank und die Landeshauptstadtsparkassen einen Letter of Intent, der im Rahmen einer rentabilitätsorientierten Arbeitsteilung eine nachhaltige Verbesserung der Ertragssituation und der Marktposition der Sparkassen zum Ziel hatte.

Zugleich wurden vier Kernstrategien für die Sparkassengruppe erarbeitet, die die nächsten Jahre geprägt haben:
•    Strategie „Ein Ort – eine Sparkasse“
•    Gemeinsamer Marktauftritt
•    Neustrukturierung des Retail-Geschäfts
•    Einführung des Multi-Channel-Vertriebssystems

Fusionen verliefen nicht immer so harmonisch wie in diesem Fall der Zusammen-schluss zwischen Aspang und Neunkirchen im Jahr 2005

1979 – 1997: Die Sparkassen auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Die Jahre zwischen dem Inkrafttreten des Kreditwesengesetzes und des Sparkassengesetzes 1979 und der Neuformierung der Sparkassengruppe 1997 zählen zu den spannendsten und ereignisreichsten der Sparkassengeschichte, weil die neuen Gesetze umfangreiche Auswirkungen auf die traditionellen Sparkassenprinzipien der Eigentümerlosigkeit, der Regionalität und der Gemeinnützigkeit hatten.

Fusionen verliefen nicht immer so harmonisch wie in diesem Fall der Zusammen-schluss zwischen Aspang und Neunkirchen im Jahr 2005

Fusionen verliefen nicht immer so harmonisch wie in diesem Fall der Zusammen-schluss zwischen Aspang und Neunkirchen im Jahr 2005

Die Sparkassen konnten bis in die 1980er Jahre nur durch Gewinnzuführungen ihr Eigenkapital erhöhen. Aufgrund der Zunahme der Konkurrenz, der neuen Geschäftsfelder und der sinkenden Margen im Kreditgeschäft war eine Öffnung der alten Rechtsform der Sparkasse unbedingt notwendig.

1986 wurde vorerst im Bankwesengesetz die Möglichkeit für Sparkassen geschaffen, von außen Partizipations- und Ergänzungskapital aufzunehmen, was von zahlreichen Sparkassen wahrgenommen wurde.

Der nächste Schritt erfolgte 1989 mit der Möglichkeit, den operativen Bankbetrieb in eine Aktiengesellschaft auszulagern, wobei die Aktien von der in eine Anteilsverwaltungssparkasse umgewandelte Hülse der alten Sparkasse gehalten wurden.

Bis 1991 wandelten sich alle Landeshauptstadtsparkassen in AGs um, 1992 folgten die Erste österreichische Spar-Casse und viele mittlere Sparkassen. In den folgenden Jahren beteiligten sich viele größere Sparkassen an kleineren Instituten oder erwarben überhaupt die Aktienmehrheit.

Die Stiftung der Kärntner Sparkasse ist das Vorzeigemodell einer nachhaltig tätigen Sparkassenstiftung

Die Stiftung der Kärntner Sparkasse ist das Vorzeigemodell einer nachhaltig tätigen Sparkassenstiftung

Auch eine Beteiligung von sektorfremden juristischen und natürlichen Personen wurde erlaubt. Am Ende des Jahrhunderts bestand nur mehr ein Drittel der Sparkassen in der ursprünglichen Form.

1989 gab es eine Entscheidung des Finanzministeriums, wonach bei einer Fusion die Haftungsgemeinde einen fiktiven Liquidationserlös von der aufnehmenden Sparkasse erhalten konnte. Aus diesem Grund begann eine zweite Fusionswelle, bei der die Zahl der Sparkassen bis zum Jahr 2000 um 45 Prozent auf 69 Institute reduziert wurde.

Diese Fusionen wurden von einem sparkasseninternen Wettbewerb meist zwischen den Wiener Großsparkassen und den Landeshauptstadtsparkassen und Preisüberbietungen geprägt und brachten den Gemeinden rund 25 Milliarden Schilling an Liquidationserlösen. Das Regionalitätsprinzip war damit endgültig beseitigt.

Die Emission des Partizipations- und Ergänzungskapitals wurde in den Sparkassen heftig und erfolgreich beworben, hier von der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich

Die Emission des Partizipations- und Ergänzungskapitals wurde in den Sparkassen heftig und erfolgreich beworben, hier von der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich

Der letzte Schritt bezüglich der Öffnung der Rechtsform war die durch eine Novelle des Sparkassengesetzes 1999 geschaffene Möglichkeit, Anteilsverwaltungssparkassen durch formwechselnde Umwandlung in eine Privatstiftung einzubringen.

So konnte die Unabhängigkeit der Sparkassen vom politischen Einfluss gewährleistet und die Ausfallsbürgschaft der Haftungsgemeinden beendet werden. Zugleich wurde auch eine international verständliche Alternative zur Anteilsverwaltungssparkasse geschaffen. In den fünf folgenden Jahren wurden 30 Stiftungen geschaffen, womit zugleich ein neuer Weg für die Umsetzung des Gemeinnützigkeitsauftrages entstand.

Die Gemeinnützigkeit wurde unter dem internationalen Begriff „Corporate Social Responsibility“ neu definiert, worunter die soziale Verantwortung der Sparkassen gegenüber der Öffentlichkeit, der Zivilgesellschaft in ihrem regionalen Einzugsbereich, den Kunden und den Mitarbeitern subsumiert wurde. Dies wurde im neuen Jahrhundert durch die Herausgabe eines Sozialberichtes der Sparkassengruppe dokumentiert.

Dr. Hans Greisinger war 1965 bis 1980 Verbandssekretär im Sparkassenverband und anschließend bis 1999 Vorstandsdirektor in Baden. Er gehörte zu jenen Herren, die Sparkassen-Entwicklungshilfe in Afrika leisteten.

Entwicklungshilfe des Sparkassenverbandes

Ein heute weitgehend in Vergessenheit geratene Aufgabe des Sparkassenverbandes im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit war die Entwicklungshilfe in Ländern der Dritten Welt.

Die Initiative ging vom Generaldirektor der Zentralsparkasse Dr. Neubauer beim Internationalen Sparkassen-Weltkongress 1963  in Wien aus. Der Sparkassenverband erarbeitete mit dem Innenministerium ein Unterstützungsmodell für diese Länder, das aber erst im Mai 1970 vom Internationalen Institut der Sparkassen in Zusammenarbeit mit der UNIDO umgesetzt werden konnte.

Dr. Hans Greisinger war 1965 bis 1980 Verbandssekretär im Sparkassenverband und anschließend bis 1999 Vorstandsdirektor in Baden. Er gehörte zu jenen Herren, die Sparkassen-Entwicklungshilfe in Afrika leisteten.

Dr. Hans Greisinger war 1965 bis 1980 Verbandssekretär im Sparkassenverband und anschließend bis 1999 Vorstandsdirektor in Baden. Er gehörte zu jenen Herren, die Sparkassen-Entwicklungshilfe in Afrika leisteten.

Einige Mitarbeiter des Sparkassenverbandes halfen in den folgenden Jahren in fünf ostafrikanischen Staaten, ein modernes Kreditwesen nach den Grundsätzen der europäischen Sparkassenorganisationen aufzubauen. Der spätere Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Baden Dr. Hans Greisinger war einer dieser Mitarbeiter und verbrachte einige Monate lang in Zambia und war maßgeblich 1972 an der Gründung der dortigen National Savings Bank beteiligt.

Das Internationale Institut der Sparkassen zählt heute noch nicht nur in Zambia, sondern auch in 30 anderen afrikanischen Ländern Sparkassenorganisationen zu seinen Mitgliedern

Daniel Silberbauer

Vorstände stellen sich vor: Vorstandsdirektor Daniel Silberbauer, MBA

Keine vergleichbare Errungenschaft der modernen Zeit hat größere Kreise gezogen als das Internet.

Daniel Silberbauer

Daniel Silberbauer

Durch das World Wide Web wurde nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Kommunikationsverhalten stark beeinflusst. Während zu meiner Geburtsstunde die ersten Handys mit einem Gewicht von 800g und inflationsbereinigtem Wert von 9,7 TUSD (Anm. 8000X) die Weltneuheit darstellten, präsentierte zur gleichen Zeit Microsoft die neueste Benutzeroberfläche Windows 1.0.

Seit dem blieb kein Stein auf dem anderen und die Veränderung selbst stellt die einzige Konstante dar. Diese Flexibilität und Agilität gilt es im Geschäftsleben ebenso umzusetzen, denn es ist nicht nur unsere Aufgabe, sondern unsere Pflicht mit der Zeit zu gehen oder besser noch, vor der Zeit zu sein.

Daniel Silberbauer

Daniel Silberbauer

Ich selbst sehe auch meinen Arbeitsplatz nicht raumgebunden, sondern: Mein Büro ist, wo ich bin.

Die heutige Technologie verschafft uns eine Handlungsvielfalt die es zu nutzen und umzusetzen gilt.

Um näher und schneller am Kunden zu sein bedarf es auch entsprechende Einsatzbereitschaft seitens der Mitarbeiter und Kollegen. Wir sind im Sektor sehr fortschrittlich und müssen die vorhandenen Ressourcen so einsetzen, dass es sowohl einen Mehrwert für die Kunden als auch für die Mitarbeiter darstellt.

In Scheibbs leben wir Vorstände den Mitarbeitern diese Flexibilität und Bereitschaft zu Neuem vor und zeigen mit Freude und Engagement, dass wir trotz unserer Hausgröße dem Mitbewerber die (technologische) Stirn bieten können.

Die Figur des Sparefroh wurde schon von vielen Zeichnern gemalt, hier vier prägnante Beispiele aus den Jahren 1967 bis 2006.

Der Sparefroh – die Leitfigur der Sparkassenidee

Die Sparkassen und ihre Symbolfigur Sparefroh sind nun bald 60 Jahre untrennbar miteinander verbunden.

Das kleine Männchen wurde 1955 aus Deutschland „importiert“, entwickelte sich aber erst in Österreich zu dem, was es heute noch ist – zum personifizierten Spargedanken. Angeblich war der Sparefroh in den 1970er Jahren genau so bekannt wie der Bundespräsident.

Die Figur des Sparefroh wurde schon von vielen Zeichnern gemalt, hier vier prägnante Beispiele aus den Jahren 1967 bis 2006.

Die Figur des Sparefroh wurde schon von vielen Zeichnern gemalt, hier vier prägnante Beispiele aus den Jahren 1967 bis 2006.

Mit einer Auflage von fast 400.000 Exemplaren war „Hallo Sparefroh“ die größte Jugendzeitschrift Österreichs. Seine werbemäßigen Umsetzungen, die von Spardosen bis zu hochgelobten DVDs für die Finanzbildung der Kinder reichen, füllen inzwischen sogar ein kleines Museum in Wien.

Fast wäre er am Ende des vorigen Jahrhunderts in Vergessenheit geraten, doch zu seinem 50. Geburtstag holten ihn die Erste Bank und die Sparkassen 2005 wieder aus der Versenkung und ermöglichten ihm mit einem neuen Outfit ein fast sensationelles Comeback.

Er bleibt ein Freund der Kinder und ist inzwischen bereits bei der dritten Kundengeneration aus der Sparkassenwerbung nicht mehr wegzudenken.

Eine Szene von einem Weltspartag aus den 1960er Jahren. Erst die gestiegene Spargesinnung ermöglichte die Wirtschaftswunderjahre.

1955 – 1975: Die Sparkassen in den goldenen Jahren des Wirtschaftswunders

Die erfolgreichste Zeit der Sparkassengeschichte waren ohne Zweifel die Jahre zwischen dem Staatsvertrag 1955 und den „Ölschocks“ Mitte der 1970er Jahre.

Diese Jahre waren in Österreich auch die Jahre mit den höchsten Zuwachsraten der Konjunktur und werden heute noch als  Wirtschaftswunder bezeichnet.

Eine Szene von einem Weltspartag aus den 1960er Jahren. Erst die gestiegene Spargesinnung ermöglichte die Wirtschaftswunderjahre.

Eine Szene von einem Weltspartag aus den 1960er Jahren. Erst die gestiegene Spargesinnung ermöglichte die Wirtschaftswunderjahre.

Die Sparkassen haben diese Entwicklung mitgesteuert und zweifellos auch von ihr profitiert. Sie haben als erste Kreditinstitute 1952 die Spargesinnung der Bevölkerung u.a. durch die Wiedereinführung des Weltspartages geweckt und konnten so in den folgenden Jahren der Wirtschaft umfangreiche Mittel für Investitionen zur Verfügung stellen.

Die Aufgabenteilung der fünf Kreditsektoren (Aktienbanken, Sparkassen, Raiffeisenkassen, Volksbanken und Hypothekenanstalten) funktionierte damals sehr gut. Die Sparkassen waren für die mittelständische Wirtschaft, den Wohnbau und die Gemeinden zuständig und leisteten in diesen Bereichen einen bedeutenden Beitrag für deren Wiederaufbau und dynamische Entwicklung.

Die Sparkassen haben in diesen Jahren auch ihr Netz stark ausgeweitet und konnten ihre Standorte in diesen Jahrzehnten fast verzehnfachen. Damit wurden auch entlegene Regionen mit ihren Dienstleistungen versorgt.

Im Jahr 1967 wurde die Sparinvest gegründet, die erstmals Sparkassenkunden Wertpapiere anbot.

Im Jahr 1967 wurde die Sparinvest gegründet, die erstmals Sparkassenkunden Wertpapiere anbot.

Außerdem begannen sie ab Mitte der 1960er Jahre ihren Privatkunden neue Produkte anzubieten. Vorerst waren dies das Girokonto und die Produkte des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, es folgten die ersten Investmentfonds, neue Sparformen wie das Prämiensparen und die Privatkredite. Damit erfolgte auch ein Umdenken in den Köpfen der Sparkassenleitungen, die bis dahin ihren Kunden stets empfohlen hatte, den Kauf neuer Konsumgüter nur durch Sparen zu finanzieren. Nun propagierte man erstmals die Vorausfinanzierung durch Darlehen und Kredite.

Mit der Einführung der Automation konnte man die Abwicklung des Spar- und Zahlungsverkehrs beschleunigen und den Kunden ihre Geldleben vereinfachen. Last but not least begannen die Sparkassen in diesen Jahrzehnten mit einer umfangreichen Ausbildung ihrer Mitarbeiter und mit der Einrichtung von zahlreichen Ausschüssen, in denen Vertreter aller Sparkassen durch Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit die Qualität ihrer Leistungen steigern konnten.

Ein Ergebnis war eine bessere Servicequalität und ein aktives Anbieten von Produkten. Bis dahin hatte man sich darauf beschränkt, Produktnachfragen der Kunden zu erfüllen, aber die Dienstleistungen nicht aktiv anzubieten.