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Der 15.Weltkongress der Sparkassen 1987 in Wien. Im Bild Bundespräsident Kurt Waldheim bei der Eröffnung.

1924 – 2014: Die Sparkassen auf dem Weg nach Europa

Bereits im 19. Jahrhundert gab es eine Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung der Sparkassen in Mitteleuropa, obwohl das aufgrund der fehlenden Kontaktmöglichkeiten gar nicht so einfach war.

Trotzdem gab es nicht nur Unterstützungen in den Gründungsphasen, sondern auch in den Bereichen der vergleichenden Sparkassen-Statistik und des Schulsparens. Ein wichtiger Meilenstein für eine internationale Zusammenarbeit erfolgte 1924 mit dem 1. Weltkongress der Sparkassen in Mailand.

Der 1. Weltkongress der Sparkassen 1924 in Mailand

Der 1. Weltkongress der Sparkassen 1924 in Mailand

Dort wurde das Internationale Institut der Sparkassen gegründet und die Durchführung des Weltspartags am letzten Oktobertag jeden Jahres als erste grenzüberschreitende Aktion aller Sparkassen beschlossen. Die österreichischen Sparkassen beteiligten sich auch an allen folgenden Aktivitäten des Weltinstituts, u.a. auch bei der Verbreitung der Sparkassenidee in Entwicklungsländern.

Der 15. Weltkongress der Sparkassen, der 1987 in Wien stattfand, leitete eine neue Periode der internationalen, nun allerdings auf Europa fokussierten Zusammenarbeit ein. Nach der Aufnahme als assoziiertes Mitglied im Jahr 1988 erhielt der österreichische Sparkassensektor im Jahr 1995 gleichzeitig mit dem EU-Beitritt Österreichs die Voll-Mitgliedschaft bei der 1963 gegründeten Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV).

Seit 1992 gibt es ein ständiges Büro des Sparkassenverbandes in Brüssel, das eng mit der ESV kooperiert. 1990 unterschrieben die europäischen Sparkassen eine Charta zur Zusammenarbeit, die sich auf viele Bereiche erstreckt.

Mit dem Bankwesengesetz 1994 wurden erstmals Richtlinien des europäischen Bankenrechts in das österreichische Recht übergeführt, u.a. für das Meldewesen, die Eigenmittelausstattung, die Kreditauszeichnung und den Konsumentenschutz.

Der Euro-Bus (hier in Kufstein um 2000) war ein wichtiger Bestandteil der Euro-Information der Sparkassen.

Der Euro-Bus (hier in Kufstein um 2000) war ein wichtiger Bestandteil der Euro-Information der Sparkassen.

Mit Basel II wurden neue Eigenkapitalrichtlinien eingeführt, die bei der Wirtschaftskrise 2008/09 bereits eine erste Bewährungsprobe hinter sich gebracht haben.

Die wichtigsten Konsequenzen einer Anpassung an das europäische Kreditrecht waren die Abschaffung bzw. das schrittweise Auslaufen der Anonymität bei Spareinlagen, der Haftung der Gemeinden für die Gemeindesparkassen und zuletzt auch eine Modifizierung des Bankgeheimnisses.

Mit diesem Plakat informierten die Sparkassen im Jahr 2000 über die Abschaffung der Anonymität bei Spareinlagen.

Mit diesem Plakat informierten die Sparkassen im Jahr 2000 über die Abschaffung der Anonymität bei Spareinlagen.

Auf der anderen Seite brachte das EU-Recht für die Kunden viele Verbesserungen des Konsumentenschutzes beispielsweise durch eine leichtere Vergleichbarkeit der Konditionen und Erleichterungen im grenzüberschreitenden Bankverkehr. Dafür wurde 2000 SEPA (Single Euro Payment Area) als ein System für einen gemeinsamen europäischen Zahlungsraum gegründet, dessen stufenweise Umsetzung für europaweit gleiche Überweisungen, Kartenzahlungen und Lastschriften seit Kurzem beendet ist.

Die österreichischen Sparkassen haben sich stets das Ziel gesetzt, ihre Kunden über diese Neuerungen und deren Vorteile rechtzeitig zu informieren. So haben sie nicht nur bei den einzelnen Einführungsphasen der SEPA-Instrumente, sondern auch bei der Währungsumstellung auf den Euro in den Jahren vor 2002 umfangreiche Aufklärungskampagnen gestartet. Diese wurden mit Informationsmaterial unterstützt und nahmen der Bevölkerung viel an der damals großen Angst vor der neuen Währung.

"The Greenwich Savings Bank", gegründet 1833, New York

Hello Europe – Can you hear me?

Ich stand mitten auf der 5th Avenue. Vor mir die Filialen internationaler Luxuslabels wie Prada oder Cartier (also Europäer). Um mich herum Wolkenkratzer wohin das Auge reicht.

Und mitten drin das Gebäude einer amerikanischen Sparkasse „The Greenwich Savings Bank“, gegründet 1833. Eingebettet zwischen Chase Manhatten und Barclays.  Eine europäische Idee, die auch in USA erfolgreich war, ehe sie vom Investmentbankenboom verdrängt wurde, schwere Fehler machte und nicht mehr zu ihrer alten Stärke fand.

"The Greenwich Savings Bank", gegründet 1833, New York

“The Greenwich Savings Bank”, gegründet 1833, New York

Mehr lesen Sie im Blog von Michael Ikrath, Generalsekretär des österreichischen Sparkassenverbandes, über Amerikas Sicht auf Europa und die Versäumnisse der europäischen Politik.

Link: ikrath-spv.at/2014/03/24/hello-europe-can-hear-me/