Fusionen verliefen nicht immer so harmonisch wie in diesem Fall der Zusammen-schluss zwischen Aspang und Neunkirchen im Jahr 2005

1979 – 1997: Die Sparkassen auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Die Jahre zwischen dem Inkrafttreten des Kreditwesengesetzes und des Sparkassengesetzes 1979 und der Neuformierung der Sparkassengruppe 1997 zählen zu den spannendsten und ereignisreichsten der Sparkassengeschichte, weil die neuen Gesetze umfangreiche Auswirkungen auf die traditionellen Sparkassenprinzipien der Eigentümerlosigkeit, der Regionalität und der Gemeinnützigkeit hatten.

Fusionen verliefen nicht immer so harmonisch wie in diesem Fall der Zusammen-schluss zwischen Aspang und Neunkirchen im Jahr 2005

Fusionen verliefen nicht immer so harmonisch wie in diesem Fall der Zusammen-schluss zwischen Aspang und Neunkirchen im Jahr 2005

Die Sparkassen konnten bis in die 1980er Jahre nur durch Gewinnzuführungen ihr Eigenkapital erhöhen. Aufgrund der Zunahme der Konkurrenz, der neuen Geschäftsfelder und der sinkenden Margen im Kreditgeschäft war eine Öffnung der alten Rechtsform der Sparkasse unbedingt notwendig.

1986 wurde vorerst im Bankwesengesetz die Möglichkeit für Sparkassen geschaffen, von außen Partizipations- und Ergänzungskapital aufzunehmen, was von zahlreichen Sparkassen wahrgenommen wurde.

Der nächste Schritt erfolgte 1989 mit der Möglichkeit, den operativen Bankbetrieb in eine Aktiengesellschaft auszulagern, wobei die Aktien von der in eine Anteilsverwaltungssparkasse umgewandelte Hülse der alten Sparkasse gehalten wurden.

Bis 1991 wandelten sich alle Landeshauptstadtsparkassen in AGs um, 1992 folgten die Erste österreichische Spar-Casse und viele mittlere Sparkassen. In den folgenden Jahren beteiligten sich viele größere Sparkassen an kleineren Instituten oder erwarben überhaupt die Aktienmehrheit.

Die Stiftung der Kärntner Sparkasse ist das Vorzeigemodell einer nachhaltig tätigen Sparkassenstiftung

Die Stiftung der Kärntner Sparkasse ist das Vorzeigemodell einer nachhaltig tätigen Sparkassenstiftung

Auch eine Beteiligung von sektorfremden juristischen und natürlichen Personen wurde erlaubt. Am Ende des Jahrhunderts bestand nur mehr ein Drittel der Sparkassen in der ursprünglichen Form.

1989 gab es eine Entscheidung des Finanzministeriums, wonach bei einer Fusion die Haftungsgemeinde einen fiktiven Liquidationserlös von der aufnehmenden Sparkasse erhalten konnte. Aus diesem Grund begann eine zweite Fusionswelle, bei der die Zahl der Sparkassen bis zum Jahr 2000 um 45 Prozent auf 69 Institute reduziert wurde.

Diese Fusionen wurden von einem sparkasseninternen Wettbewerb meist zwischen den Wiener Großsparkassen und den Landeshauptstadtsparkassen und Preisüberbietungen geprägt und brachten den Gemeinden rund 25 Milliarden Schilling an Liquidationserlösen. Das Regionalitätsprinzip war damit endgültig beseitigt.

Die Emission des Partizipations- und Ergänzungskapitals wurde in den Sparkassen heftig und erfolgreich beworben, hier von der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich

Die Emission des Partizipations- und Ergänzungskapitals wurde in den Sparkassen heftig und erfolgreich beworben, hier von der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich

Der letzte Schritt bezüglich der Öffnung der Rechtsform war die durch eine Novelle des Sparkassengesetzes 1999 geschaffene Möglichkeit, Anteilsverwaltungssparkassen durch formwechselnde Umwandlung in eine Privatstiftung einzubringen.

So konnte die Unabhängigkeit der Sparkassen vom politischen Einfluss gewährleistet und die Ausfallsbürgschaft der Haftungsgemeinden beendet werden. Zugleich wurde auch eine international verständliche Alternative zur Anteilsverwaltungssparkasse geschaffen. In den fünf folgenden Jahren wurden 30 Stiftungen geschaffen, womit zugleich ein neuer Weg für die Umsetzung des Gemeinnützigkeitsauftrages entstand.

Die Gemeinnützigkeit wurde unter dem internationalen Begriff „Corporate Social Responsibility“ neu definiert, worunter die soziale Verantwortung der Sparkassen gegenüber der Öffentlichkeit, der Zivilgesellschaft in ihrem regionalen Einzugsbereich, den Kunden und den Mitarbeitern subsumiert wurde. Dies wurde im neuen Jahrhundert durch die Herausgabe eines Sozialberichtes der Sparkassengruppe dokumentiert.