Mit dem erste Weltspartag nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1952 (hier in Linz) setzte wieder eine Aufbruchstimmung und Optimismus für eine Erholung der Wirtschaft ein.

1931 bis 1955: Die Sparkassen in den Jahren der politischen Umbrüche

Nach den wirtschaftlichen folgten nun die Schwierigkeiten durch die politischen Entwicklungen der Jahre bis zum Staatsvertrag 1955.

Durch die Umwandlung Österreichs von einer demokratischen Republik zum Ständestaat im Jahr 1934 fand vor allem bei den sozialdemokratisch orientierten Gemeindesparkassen ein umfangreicher Wechsel in den Führungsebenen und eine Verlagerung der Geschäftsfelder statt.

Dr. Hans Stigleitner war von 1928 bis 1939 Verbandsanwalt des Reichsverbandes der Sparkassen und leitete dann bis 1945 die Erste österreichische Spar-Casse

Dr. Hans Stigleitner war von 1928 bis 1939 Verbandsanwalt des Reichsverbandes der Sparkassen und leitete dann bis 1945 die Erste österreichische Spar-Casse

Diese Jahre wurden vor allem von Dr. Hans Stigleitner geprägt, der von 1928 bis 1939 den Reichsverband und dann bis 1945 die Erste österreichische Spar-Casse führte. Er war einerseits ein exzellenter Wirtschafts- und Sparkassenexperte, der im Ständestaat den Sparkassen einen neuen rechtlichen Rahmen gab und nach 1938 gegen den Willen der Nationalsozialisten ihre  Rechtsform erhalten konnte, anderseits politisch sehr umstritten war. Die Sparkassen drifteten zunehmend ins deutschnationale Lager ab.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Sparkassen als Instrument des Nationalsozialismus missbraucht bzw. stellten sich freiwillig als solches zur Verfügung, auch weil die NS-Bürgermeister in vielen Instituten an der Spitze standen und das gesamte Geld der Sparer der Kriegsfinanzierung zur Verfügung stellten.

Sparen war im Zweiten Weltkrieg nationale Pflicht. Es gab dafür zahlreiche Plakate und Werbeaktionen.

Sparen war im Zweiten Weltkrieg nationale Pflicht. Es gab dafür zahlreiche Plakate und Werbeaktionen.

Sparen war im Zweiten Weltkrieg eine nationale Pflicht, die Einlagen erreichten Höchststände. Die Menschen übersahen jedoch, dass sie nicht für versprochene Urlaubsreisen und Autos sparten, sondern den Krieg finanzierten.

Das Kriegsende war für die Sparkassen katastrophal. Viele ihrer Gebäude wurden zerstört, das Geld von den Besatzmächten eingezogen, die Führungskräfte mussten aus politischen Gründen ausgetauscht werden und der gesamte Betrieb ruhte 1945 monatelang. Die Spareinlagen mussten dann durch währungspolitische Maßnahmen abgeschöpft werden, so dass die Menschen wie nach dem Ersten Weltkrieg abermals ihre Ersparnisse fast zur Gänze verloren.

Die Abwicklung der währungspolitischen Maßnahmen der Nachkriegszeit war sehr kompliziert, die Sparer verloren aber wieder ihr gesamtes Geld.

Die Abwicklung der währungspolitischen Maßnahmen der Nachkriegszeit war sehr kompliziert, die Sparer verloren aber wieder ihr gesamtes Geld.

Das Schillinggesetz 1945 und das Währungsschutzgesetz 1947 waren zwar staatliche Gesetze, mussten aber von den Banken und Sparkassen zum Unmut und Unverständnis der Menschen abgewickelt werden. Wieder mussten die Sparkassen langsam das Vertrauen ihrer Kunden wieder aufbauen, was ihnen aber erst nach der Wiedereinführung des Weltspartages ab 1952 gelang.

Zuvor konnten sie viele Jahre nicht einmal bilanzieren, weil die Aktivseiten ihrer Bilanzen erst von den wertlosen Wertpapieren der NS-Zeit bereinigt werden mussten. Mit dem Rekonstruktionsgesetz 1954 wurde endgültig die Basis für die Goldenen Sparkassenjahre der folgenden Jahrzehnte gelegt.