Der kleine Sparer“ wurde zwischen 1928 und 1976 mit einer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg herausgegeben.

1873 – 2014: Von der Sparerziehung der Sparkassen zu Financial Literacy

Von allen Aufgaben, die die Sparkassen im Rahmen ihres gemeinnützigen Auftrages bis in die 1980er Jahre erfüllt haben, hatte wahrscheinlich die Spar- und Wirtschaftserziehung der Jugend den nachhaltigsten Effekt.

Wie wichtig diese Aufgabe war, zeigen die alarmierenden Meldungen über die finanziellen Probleme der derzeitigen Jugendgeneration, die zu der EU-weiten Forderung einer Forcierung der Finanzbildung (Financial Literacy) geführt haben.

Das Symbol der Spar- und Wirtschaftserziehung war und ist der Sparefroh.

Das Symbol der Spar- und Wirtschaftserziehung war und ist der Sparefroh.

Die Idee der Zusammenarbeit zwischen Sparkassen und Schulbehörden geht weit ins 19.Jahrhundert zurück. In Österreich wurde sie erstmals bei der Wiener Weltausstellung 1873 präsentiert.

1875 gab es in Horn die erste Schulsparkasse, die von der dortigen Sparkasse betreut wurde. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder kurzfristig erfolgreiche Initiativen, die Schulen in die Sparerziehung einzubeziehen. Die Einführung der Heimsparkassen und der Sparmarken, die von den Lehrern als Nachweis für einbezahlte Sparbeträge ausgegeben wurden, sowie die Herausgabe einer ersten Zeitschrift für die „kleinen Sparer“ gehen auf diese Zeit zurück. Leider gab es immer wieder Unterbrechungen dieser Versuche aufgrund der wirtschaftlichen Katastrophen der Zeit bis 1950.

Eine Schulklasse bei einem Vortrag eines Sparkassenmitarbeiters mit der Zeitschrift „Sparefroh“. Sie hatte 1972 eine Spitzenauflage von 380.000 Exemplaren.

Eine Schulklasse bei einem Vortrag eines Sparkassenmitarbeiters mit der Zeitschrift „Sparefroh“. Sie hatte 1972 eine Spitzenauflage von 380.000 Exemplaren.

Die Blütezeit der Spar- und Wirtschaftserziehung fällt in die Jahre 1952 bis 1990, besonders als die Sparkassen in das Schulorganisationsgesetz 1962 einbezogen wurden und sie den Schulen Materialien für den Unterrichtsgegenstand Wirtschaftskunde liefern mussten.

In diesen Jahrzehnten wurden praktisch alle Pflichtschulklassen und zum Teil auch Kindergartengruppen von einem Kreditinstitut betreut, wobei dies in der überwiegenden Zahl Sparkassen waren. Es gab und gibt zum Teil noch immer Jugendspartage und eine Jugendsparwoche vor dem Weltspartag.

In den Schulen wurde das Klassen-, Groschen- und Einzelsparen forciert, und 1955 schufen die Sparkassen mit dem Sparefroh ein Symbol für diese Aufgabe. Die Spar- und Wirtschaftserziehung wurde mit der Herausgabe von Zeitschriften wie dem „Sparefroh“, mit Vorträgen von Sparkassenmitarbeitern in den Schulen u.a. für die Berufsvorbereitung, mit gesponserten kulturellen Veranstaltungen für Jugendliche und mit einer noch immer bestehenden Zusammenarbeit mit der „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule“ (AWS) verstärkt. Am Ende des vorigen Jahrhunderts wurden die meisten Aktivitäten aus unterschiedlichen Gründen eingestellt.

Es gab zahlreiche Tagungen, bei den Sparkassenvertreter mit Pädagogen und Vertretern des Unterrichtsministerium die Grundsätze der Wirtschaftserziehung diskutierten.

Es gab zahlreiche Tagungen, bei den Sparkassenvertreter mit Pädagogen und Vertretern des Unterrichtsministerium die Grundsätze der Wirtschaftserziehung diskutierten.

Auf Grund der eingangs erwähnten Probleme gab es vor rund 10 Jahren einen Neubeginn der Aktivitäten unter dem Begriff „Financial Literacy“. Die Sparkassen unterstützten die Bundesregierung, die ein Internetprogramm für Jugendliche unter dem Namen „Finanzführerschein“ schuf, mit zahlreichen Initiativen.

Hervorzuheben ist die mehrteilige DVD-Reihe des Sparefroh-TV, in der Kindern in Comicform die Grundbegriffe der Wirtschaft nähergebracht werden, die Ausbildung von Sparkassenmitarbeitern für Vorträge in den Schulen und die Herausgabe von Lehrunterlagen durch die AWS. Schließlich bemüht sich auch die Plattform spark7, den Jugendlichen den Einstieg in ihr Geldleben zu erleichtern.