Auch in der Gegenwart wird die Gemeinnützigkeit groß gerschrieben, wie hier bei der Spende eines Rot-Kreuz-Wagens in Horn.

1844 – 1914: Die Sparkassen waren zur Gemeinnützigkeit verpflichtet

Unter Gemeinnützigkeit versteht man im Wesentlichen das, was man heute mit dem Begriff Corporate Social Responsibility, also der sozialen Verantwortung gegenüber Kunden und der Öffentlichkeit, aber auch gegenüber den Mitarbeitern umschreibt.

Sie war ein Grundgedanke der Sparkassenidee, der sich aus der Eigentümerlosigkeit ergab und als Gegenleistung für bestimmte Privilegien u.a. bei der Besteuerung gesehen wurde. Trotzdem wurde den Sparkassen vorerst von der Regierung durch das Sparkassenregulativ 1844 nur „erlaubt“, einen Teil der Überschüsse aus der Geschäftstätigkeit für gemeinnützige Zwecke zu verwenden.

In Klagenfurt wurde das Landesmuseum fast ausschließlich mit Mitteln der Sparkasse errichtet.

In Klagenfurt wurde das Landesmuseum fast ausschließlich mit Mitteln der Sparkasse errichtet.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte aber dann eine Verpflichtung. Die Gemeinnützigkeit wurde damit ein Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Banksektoren, deren Spendentätigkeit nur auf freiwilliger Basis erfolgte.

In diese Zeit fällt das „Goldene Zeitalter der Spendentätigkeit“, während der z.B. einerseits der Konzertsaal in Wiener Neustadt, das Opernhaus in Graz, das Städtische Museum in Salzburg und das Stadttheater in Baden fast ausschließlich mit Sparkassengeldern errichtet, anderseits aber ebenso hohe Summen für die Jugendfürsorge in Form von Bauzuschüssen von Schulen, Kindergärten und Kinderfürsorgeeinrichtungen aufgewendet wurden.

Ein Paradeprojekt der Gemeinnützigkeit der Sparkassen war die Finanzierung des Grazer Opernhauses

Ein Paradeprojekt der Gemeinnützigkeit der Sparkassen war die Finanzierung des Grazer Opernhauses

Zwischen den Weltkriegen kam die Gemeinnützigkeit weitgehend zum Erliegen, zeitweise gab es sogar ein staatliches Spendenverbot. Erst ab 1955 folgte eine weitere Welle der finanziellen Unterstützung der kulturellen, sozialen und karitativen Zielsetzungen der Sparkassen. Die Jugend stand im Rahmen einer umfangreichen Spar- und Wirtschaftserziehung wieder im Mittelpunkt.

Auch nach der formellen Aufgabe der verpflichtenden Gemeinnützigkeit im Sparkassengesetz 1979, die sich aus der Gleichstellung aller Kreditsektoren ergab, widmen sich die Sparkassen unter dem Überbegriff Sponsoring weiterhin vor allem sportlichen, sozialen und kulturellen Aufgabenstellungen.

Auch in der Gegenwart wird die Gemeinnützigkeit groß gerschrieben, wie hier bei der Spende eines Rot-Kreuz-Wagens in Horn.

Auch in der Gegenwart wird die Gemeinnützigkeit groß gerschrieben, wie hier bei der Spende eines Rot-Kreuz-Wagens in Horn.

Im letzten Jahrzehnt erfolgte eine Rückbesinnung auf die Gründungsphilosophie, nach der vorwiegend regionale Einrichtungen des Einzugsgebietes gefördert werden. Dafür waren auch die Gründungen der Sparkassen-Stiftungen verantwortlich, durch die ein Teil des Ertrages, den die Sparkassen erwirtschafteten, ausschließlich „ihren“ Regionen zurückgegeben werden konnte.