Die Initiative der Gründung der Erste österreichischen Spar-Casse ging von Kaiser Franz I aus

1819: Die erste österreichische Sparkasse

Vor 195 Jahren wurde in Wien die erste Sparkasse Österreichs gegründet, die sich auch „Erste österreichische Spar-Casse“ nannte. Sie bestand unter diesem Namen bis 1997 und wurde dann in Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen umbenannt.

Die Gründungsstatuten aus dem Juli 1819

Die Gründungsstatuten aus dem Juli 1819

Mit dieser Gründung im Jahr 1819 wollte Kaiser Franz I. ein Zeichen gegen die große Armut auch des Mittelstandes in seinem Reich nach den Kriegen gegen Napoleon setzen. Er wollte deshalb auch breiteren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit geben, kleine Sparguthaben sicher und gewinnbringend anzulegen. In Großbritannien, Deutschland und der Schweiz hatte sich die Sparkassenidee schon bewährt und es gab damals schon fast 300 Sparkassen. Die erste Sparkasse war die Ruthwell Savings Bank, die 1810 in Schottland vom Pfarrer Henry Duncan gegründet wurde.

Der Pfarrer von St.Leopold Johan Baptist Weber

Der Pfarrer von St.Leopold Johan Baptist Weber

Auch in Österreich gilt ein Pfarrer als Gründer der Sparkasse, und zwar Johann Baptist Weber von der Pfarre Sankt Leopold im heutigen 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt. Der Kaiser beauftragte in dieser Vorstadt eine Expertengruppe mit der Aufbringung des Gründungskapitals, der Ausarbeitung der Statuten und den organisatorischen Vorbereitungen für eine Sparkasse.

Unter der Leitung von Franz Graf von Saurau gehörten ihr neben Pfarrer Weber Bernhard von Eskeles, der Mitgründer der Österreichischen Nationalbank im Jahr 1816, und Ignaz von Schönfeld an, der erste Kanzleivorsteher der Sparkasse wurde. Weber hatte bereits in St. Peter Erfahrungen mit einer Waisen- und Armenkasse, der Vorläuferin der Sparkassen, gesammelt.

Franz Josef Graf Saurau, der Leiter der Gründergruppe

Franz Josef Graf Saurau, der Leiter der Gründergruppe

Das Gründungskapital, um dessen Aufbringung sich Pfarrer Weber sehr bemühte, stammte von 50 wohlhabenden Bürgern meist aus der Leopoldstadt. Sie spendeten der Sparkasse Beträge zwischen 100 und 1000 Gulden, so dass insgesamt über 15.000 Gulden als erstes „Eigenkapital“ zur Verfügung standen.

Nach einem Hochamt in St. Leopold, an dem auch der Fürst-Erzbischof von Wien Graf Hohenwart teilnahm, „begann die Amtierung der Spar-Casse“, wie die Wiener Zeitung mitteilte: „In wenigen Stunden waren mehrere tausend Gulden von verschiedenen Individuen eingegangen.“ Die Sparkasse blieb nur wenige Monate in der Pfarre St. Leopold. Bereits 1824 übersiedelte die Sparkasse auf den Graben, wo einige kleinere Häuser gekauft wurden, die in den folgenden zehn Jahren in das noch heute bestehende Haus Graben 21 umgebaut wurden.