Mitarbeitergruppe der Salzburger Sparkasse. Der hohe Frauenanteil lässt sich darauf zurückführen, dass das Bild 1917 mitten im Ersten Weltkrieg aufgenommen wurde.

1819 – 2014: Das ehrenamtliche und angestellte Personal der Sparkassen

In den Sparkassen gab es in den 195 Jahren ihrer Geschichte eine Arbeitsteilung zwischen ehrenamtlichem und angestelltem Personal, wobei die Verantwortung für das Geschäft im 20. Jahrhundert zunehmend auf die Angestellten, lange Zeit Beamte genannt, überging.

Mitarbeitergruppe der Salzburger Sparkasse. Der hohe Frauenanteil lässt sich darauf zurückführen, dass das Bild 1917 mitten im Ersten Weltkrieg aufgenommen wurde.

Mitarbeitergruppe der Salzburger Sparkasse. Der hohe Frauenanteil lässt sich darauf zurückführen, dass das Bild 1917 mitten im Ersten Weltkrieg aufgenommen wurde.

In der Gründungsphase bestanden nicht nur die Aufsichtsorgane, sondern auch die Direktionen der Sparkassen aus ehrenamtlichen Funktionären. Nur für Aufgaben des Rechnungswesens, als Kassiere und für Hilfsdienste wurden Beamte aufgenommen. Diese wurden so genannt, weil ihr Dienstrecht dem der Gemeinden angepasst war.

Konditionen und Darlehensgenehmigungen waren vor allem in kleineren Instituten bis zum Sparkassengesetz 1979 Aufgabe der Funktionäre. In den größeren Instituten gab es schon ab Beginn des 20. Jahrhunderts angestellte Sparkassenleiter, die sukzessive die Geschäftsverantwortung übernahmen.

Ab 1979 trat der hauptamtliche, aus mindestens zwei Personen bestehende Vorstand generell an die Stelle der Funktionäre. Ehrenamtliche Funktionäre gibt es aber noch immer in den Aufsichts- und Sparkassenräten.
Die angestellten Sparkassenmitarbeiter waren im 19. Jahrhundert noch relativ schlecht bezahlt, selbst ein Sparkassenleiter verdiente um 1900 nach 15-jähriger Dienstzeit durchschnittlich umgerechnet 10.000 Euro im Jahr.  Es gab damals 900 Beamte, davon 400 bei den Wiener Instituten.

Ein typischer Arbeitsraum in einer Sparkasse der 1930er Jahre

Ein typischer Arbeitsraum in einer Sparkasse der 1930er Jahre

Der erste Kollektivvertrag für alle Sparkassen und ein einheitliches Besoldungsschema für alle Angestellten wurden erstmals 1949 verhandelt. In der 2.Republik gehörten die Sparkassen-Angestellten dank der hohen Gewinne, die zum Teil an die Mitarbeiter weitergegeben wurden, lange Zeit zu den bestbezahltesten aller Branchen.

Mit der Erweiterung der Standorte stieg auch der Personalstand stark an, 1993 wurde der Höchststand mit über 26.000 Angestellten erreicht. Eine Definitivstellung für Führungskräfte gab es bereits in der Gründungsphase, ab 1961 wurde diese Besserstellung obligatorisch für jeweils 70 % aller Angestellten.

Da das hohe Gehaltsniveau gegen Ende des 20. Jahrhunderts ein Wettbewerbsnachteil wurde, gab es nach 1998 zahlreiche personalpolitische Veränderungen, wie zum Beispiel Schemata mit verflachten Gehaltskurven und Auslagerungen der Pensionen in die Pensionskassen.

Die Sparkassenmitarbeiter genossen ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts eine gediegene Ausbildung. Im Kollektivvertrag 1949 wurde eine Prüfungsordnung für eine dreistufige Ausbildung eingeführt, dazu kamen noch Fachseminare, Fachtagungen und Spezialausbildungen des Sparkassenverbandes und der größeren Institute.

Seminarszene

Seminarszene

Ab 2000 wurde die gesamte Ausbildung in der Sparkassen-Akademie konzentriert.

Diese gute Personalpolitik trug auch Früchte. Viele Sparkassen errangen in den letzten Jahren Preise für ihre gute Unternehmens- und Mitarbeiterkultur, z.B. bei der Wahl des „Victor – Bank des Jahres“ oder beim Wettbewerb „Great Place to Work“, bzw.  wurden für ihre medizinische Betreuung ausgezeichnet.